2016 – heute

Inhaltliche Konzeption und Koordination des Pilotprojekts HoMath – Zugänge zur Hochschulmathematik in der Oberstufe zur Erforschung der Anbahnung und Förderung hochschulmathematischer Praktiken und Begriffe in Brückenkursen

 

Beim Übergang zur Hochschulmathematik haben Studierenden Schwierigkeiten aufgrund neuer epistemologisch-kognitiver Anforderungen (z.B. formal definierte Objekte), neuer soziokultureller Anforderungen (z.B. veränderte Praktiken) und neuer didaktischer Anforderungen (z.B. veränderte Lernstrategien, größere Lerngruppen). Diesen Schwierigkeiten kann begegnet werden, wenn zukünftige Studierende schon in der Schule mit den neuen Anforderungen vertraut gemacht werden. Deshalb untersuche ich:

  • wie können Schülerinnen und Schüler durch Brückenkursangebote dazu befähigt werden, zentrale Begriffe der Hochschulmathematik bereits im in der Schule eigenaktiv zu entdecken,
  • wie können sie sich bereits in hochschulmathematische Praktiken wie das Definieren einfinden, und
  • welche Unterstützungsangebote müssen dafür angeboten werden, und wie müssen diese beschaffen sein?

Meine Forschung liefert Einsichten, wie Lernprozesse zu hochschulmathematischen Begriffen und Praktiken unterstützt werden können und wie dabei an schulisches Vorwissen angeknüpft werden kann. Ich leiste so einen Beitrag, Schülerinnen und Schülern, die ein mathematikhaltiges Studium ergreifen wollen, den Übergang zur Hochschule zu erleichtern.

2015 – 2016

Projektpartner und Leitung des qualitativen Forschungsteils im Projekt Förderung der Anwendung mehrschrittiger Verfahren mit der Stukturlegetechnik durch Tutorinnen und Tutoren bei Ingenieurstudierenden (gemeinsam mit Prof. Dr. Mike Altieri).

 

Im Projekt wurde der Frage nachgegangen, wie Ingenieursstudierende die Prozedurschritte in einem mehrschrittigen Verfahren koordinieren und wie dabei konzeptuelle und prozedurale Wissensbestände aktiviert werden. Wir haben gezeigt, dass unterschiedlich erfahrene Lernende beim Struktursehen zur Koordinierung der Verfahrensschritte unterschiedlich viel konzeptuelles Wissen aktivieren. Da weniger erfahrene Lernende aufgrund nicht aktivierten konzeptuellen Wissens nicht erfolgreich sind, sollte die Förderung der Anwendung mehrschrittiger Verfahren auch beim konzeptuellen Wissen ansetzen.

2014 – 2017

Projektkoordinator und beteiligter Forscher im Projekt MuM-Multi: Sprachförderung im Mathematikunterricht unter Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit – Wirksamkeit und Wirkungen eines fach- und sprachintegrierten Förderansatzes mit und ohne Erstsprache auf sprachliches und fachliches Verstehen (Drittmittel) unter Leitung von Prof. Dr. Susanne Prediger und Prof. Dr. Angelika Redder (Linguistik)

 

Es ist ein offenes Problem, wie im Mathematikunterricht an vorhandene mehrsprachige Ressourcen von mehrsprachigen Lernenden angeknüpft werden kann. Wir haben hinsichtlich der Lernwirksamkeit einer mehrsprachigen Intervention gezeigt, dass eine mehrsprachige Förderung zum Thema Brüche genauso gut, möglicherweise sogar langfristig besser wirkt als eine korrespondierende einsprachige Förderung.

Ich konnte zeigen, dass sich die Aktivierung der Mehrsprachigkeit positiv auf die mathematikbezogene Identität der Lernenden auswirken kann. Andererseits konnten keine Hinweise gefunden werden, dass sich die Aktivierung der türkischen Sprache im Besonderen auf die Handlungsfähigkeit (Agency) der Lernenden auswirkt.

2013 – 2014

Konzeption und Durchführung des Entwicklungsforschungsprojekts Produktive Übungsformate zur Entwicklung des Struktursinns

 

Um algebraische Terme umformen und inhaltlich deuten zu können, müssen Lernende Strukturen sehen können. Ich habe die Frage untersucht, wie Übungsaufgaben die Entwicklung des Struktursehens von Lernenden unterstützen können. Empirisch habe ich wichtige Entwicklungsschritte des Struktursehens rekonstruiert, etwa den Schritt, geschlossene Ausdrücke hinsichtlich zugrunde liegender Operationen aufschlüsseln zu können. Theoretisch habe ich ein Entwicklungsmodell für Struktursehen entwickelt.

2009 – 2013

Promovend im Promotionsprojekt Diagnose und Förderung algebraischen Denkens von Schülerinnen und Schülern der Klasse 8. 

 

Diagnose und Förderung sind zentrale Elemente guten Mathematikunterrichts. Um Diagnoseprozesse zu erleichtern, braucht es tragfähige Indikatoren, die Rückschlüsse auf das Denken der Lernenden erlauben; diese wurden für das algebraische Denken in den 8. Klassen rekonstruiert. Diese Indikatoren können Lehrerinnen und Lehrer anleiten, das algebraische Denken der Lernenden einzuschätzen und passende Förderaufgaben zu wählen.